WiWi-News Detail

'Personalmanagement 2006'Identifizierung der aktuellen Trends in der mittelständischen Personalarbeit

In einer gemeinsamen Studie der Haufe Akademie und der Fachhochschule Deggendorf wurden Geschäftsführer, Personalleiter und Personalentwickler von 449 mittelständischen Unternehmen unterschiedlicher Größenordnung zu den aktuellen und zukünftigen Anforderungen an die praktische Personalarbeit befragt. Das Ergebnis zeigt: Neben den klassischen Themen Mitarbeiterführung, Vergütungsmodelle, Leistungskennzahlen und flexible Arbeitszeitgestaltung stehen lebenslanges Lernen und Wissensmanagement auf der Zukunftsagenda von Deutschlands Personalern inzwischen ganz oben.

Infolge dessen wird sich die Aus- und Weiterbildungslandschaft in Deutschland deutlich verändern. Lebenslanges Lernen erfordert Veränderungsbereitschaft und eine stark ausgeprägte Reflexionsfähigkeit der Mitarbeiter. Diese Schlüsselkompetenzen werden jedoch in den derzeit vorherrschenden Formen betrieblicher Qualifizierung nur sehr eingeschränkt vermittelt. Während heute die häufigste Art der Weiterbildung einmalige Seminarveranstaltungen sind, werden zukünftig modulare Weiterbildungskonzepte mit aufeinander aufbauenden Einheiten an Bedeutung gewinnen. Dieser Paradigmenwechsel zeigt sich auch an der zunehmenden Nachfrage nach firmeninternen Maßnahmen und nach individuellem Coaching, die Weiterbildungsveranstalter wie die Haufe Akademie auch unabhängig von den Umfrageergebnissen bereits seit längerem verzeichnen.

Die Studie zeigt jedoch auch, dass nicht alle Unternehmen diesem Trend in ihrer Personalarbeit folgen werden. Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang, dass der überwiegende Teil der Unternehmen, die schon bisher der Aus- und Weiterbildung einen geringen Stellenwert beigemessen haben, diese Haltung auch zukünftig kaum ändern wird. Ganz anders dagegen sieht es bei den Firmen aus, die den Nutzen aktiver Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter für sich erkannt haben. Hier gibt der größte Teil der befragten Unternehmen an, die diesbezüglichen Anstrengungen zukünftig noch intensivieren zu wollen.

Vor diesem Hintergrund konstatieren die Autoren der Studie dann auch: "Mittelstand ist nicht gleich Mittelstand und Personalarbeit ist nicht gleich Personalarbeit." Die deutlichen Unterschiede zwischen den befragten Unternehmen lassen sehr verschiedene Personalmanagementtypen erkennen, die stark von der Struktur der Märkte abhängen, in denen sich die Unternehmen bewegen.

Unternehmen, die in einfach strukturierten Märkten überwiegend Produkte und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs anbieten, bedingen meist einen Typ des "administrierenden Personalmanagements". Vom Personaler wird hier erwartet, dass die personalwirtschaftlichen Basisprozesse reibungslos und mit möglichst geringem Aufwand ablaufen. In Unternehmen, die auf komplexen Märkten mit hohen Veränderungsraten z. B. Hightech-Produkte oder Hightouch-Dienstleistungen anbieten, wird eher ein "begleitendes und beratendes Personalmanagement" angetroffen. Hier sind die Personaler gefordert, das Management in Fragen der Unternehmensentwicklung zu beraten und Führungskräfte bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Die verwaltenden Prozesse werden vorausgesetzt.

Doch ganz gleich, welcher Ausprägung des Personalmanagements die Studienteilnehmer zuzuordnen waren - die grundsätzlichen Trendaussagen sind erstaunlich stabil und eindeutig.

Die Studie ist abrufbar unter http://www.haufe-akademie.de/studien

Teile diese WiWi-News: