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Von 0 auf international: Born Globals

Von 0 auf international: Born Globals
Auf Antrag der Hochschule Fresenius hat das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst Dr. Christian Lengfeld aus dem Fachbereich Wirtschaft & Medien zum Professor für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Management und Entrepreneurship berufen. Er ist verantwortlich für den Master Studiengang International Business Management am Berliner Standort. Vergangene Woche wurde ihm im Rahmen seiner Antrittsvorlesung die Berufungsurkunde ausgehändigt.

„Born Global Firms - The New Normal“ lautete der Titel der Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Christian Lengfeld. Born Globals sind Unternehmen, die bereits unmittelbar nach ihrer Gründung stark auf die Eroberung internationaler Märkte setzen. Im Vergleich zu klassischen Internationalisierungstheorien ein eher neues und bis vor wenigen Jahren noch ungewöhnliches Vorgehen, erklärt Lengfeld.

Allein im europäischen Raum gebe es bis zu 15 Definitionen für den Begriff Born Globals. Eurofund, die Stiftung zur Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Europäischen Union, charakterisiere Born Globals beispielsweise als Unternehmen, die innerhalb von 3,5 Jahren nach Gründung mindestens 25 Prozent ihrer Umsätze im Ausland erzielen. Andere Definitionen umfassen die Anzahl der Kunden im Ausland oder auch einen engeren Zeitraum nach Gründung. „Was die meisten Gründer ausmacht: Sie sind jung, gut ausgebildet und zumeist Digital Natives. Sie sind also mit den digitalen Technologien in ihrem Alltag aufgewachsen“, so der Wirtschaftswissenschaftler weiter. Sie seien klein, gut vernetzt und haben eine schlanke Kapitalstruktur. Basierend auf der „Learning Theory“ verfügen sie aber über ein eher geringes internationales Wissen. Neue agile Geschäftsmodelle, Produkte und insbesondere Dienstleistungen, die digitalen Absatzwege und global native Kunden dieser New Ventures unterscheiden sich von klassischen Unternehmen der 70er und 80er Jahre, wodurch eine rapide und frühe Internationalisierung gerade im frühen Stadium des Life Cycles der Unternehmen auftrete.

„Sprachen wir früher von der Lerntheorie und der damit einhergehenden „Incremental Internationalization“ – also der Internationalisierung Schritt für Schritt, erst ein Land und dann das nächste – untersuchen wir heute die „Rapid and Early Internationalization“, führt Lengfeld aus. Hochaktuell sei beispielsweise der Einfluss von künstlicher Intelligenz oder jegliche Ausprägungen der Industrie 4.0 auf neue Geschäftsmodelle von Start-ups, deren Produkte und Services sowie der Zugang zu internationalen Zielgruppen. „Born Globals sind heute noch relativ unerforscht und dadurch ergeben sich neue, spannende und relevante Forschungsfelder. Implikationen aus solchen Erkenntnissen sind wertvoll für die Wissenschaft, Förder- und Finanzierungsinstitutionen, die Politik, die Wirtschaft und natürlich für die Akteure selbst“, sagt Lengfeld abschließend.

Über Prof. Dr. Christian Lengfeld
Christian Lengfeld studierte Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule in Mainz und am College of Charleston in den USA. Seinen Master in International Business (M.Sc.) absolvierte er anschließend an der London South Bank University (LSBU) und promovierte an der Technische Universität Berlin in Wirtschaftswissenschaften am Institut für Entrepreneurship & Innovation. Herr Lengfeld arbeitete lange Zeit bei IBM Global Service sowie als Manager im Bereich Corporate Strategy bei Capgemini Consultiung. Seit 2018 ist er als Lehrbeauftragter an der Hochschule Fresenius in München tätig und hat im März die Leitung des Studiengangs International Business Management (M.A.) am Berliner Standort der Hochschule Fresenius übernommen.

Über die Hochschule Fresenius
Die Hochschule Fresenius mit ihren Standorten in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Idstein, Köln, München und Wiesbaden sowie dem Studienzentrum in New York gehört mit über 13.000 Studierenden zu den größten und renommiertesten privaten Hochschulen in Deutschland. Sie blickt auf eine mehr als 170-jährige Tradition zurück. 1848 gründete Carl Remigius Fresenius in Wiesbaden das „Chemische Laboratorium Fresenius“, das sich von Beginn an sowohl der Labor-praxis als auch der Ausbildung widmete. Seit 1971 ist die Hochschule staatlich anerkannt. Sie verfügt über ein sehr breites, vielfältiges Fächerangebot und bietet in den Fachbereichen Chemie & Biologie, Design, Gesundheit & Soziales, onlineplus sowie Wirtschaft & Medien Bachelor- und Masterprogramme in Vollzeit sowie berufsbegleitende und ausbildungsbegleitende (duale) Studi-engänge an. Die Hochschule Fresenius ist vom Wissenschaftsrat institutionell akkreditiert. Bei der Erstakkreditierung 2010 wurden insbesondere ihr „breites und innovatives Angebot an Bachelor- und Master-Studiengängen“, „ihre Internationalität“ sowie ihr „überzeugend gestalteter Praxisbe-zug“ vom Wissenschaftsrat gewürdigt. Im April 2016 wurde sie vom Wissenschaftsrat für weitere fünf Jahre reakkreditiert.

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