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Ja zu Studiengebühren - aber zweckgebunden!Internes Projekt des Junior Business Team – Studie zur "Finanzierung des Studiums"

An der Universität Hohenheim wurde im vergangenen Sommersemester von der studentischen Unternehmensberatung „Junior Business Team“ eine Studie zum Thema „Finanzierung des Studiums“ durchgeführt. Angesichts der bundesweit erbittert geführten Proteste gegen die Einführung von Studiengebühren kommt die Studie zu einem überraschenden Ergebnis:
73,6% der Studierenden an der Uni Hohenheim halten Studiengebühren für gerechtfertigt, allerdings unter der Einschränkung, dass die Gebühren direkt der Uni zukommen.

Die Mehrzahl der Studierenden ist also bereit, einen Beitrag zur Finanzierung der universitären Ausbildung zu leisten, wenn dadurch die Lehre verbessert wird. Diese Einschätzung wird gleichermaßen von allen Studierenden vertreten und ist nicht vom finanziellen Hintergrund abhängig.
Die tatsächlichen Auswirkungen der Studiengebühren auf die Lehre werden von den Studierenden nüchtern betrachtet. 26,57% gaben an, dass die Einführung von Studiengebühren keine grundlegenden Änderungen zur Folge haben wird. 61,54% rechnen mit einem Rückgang der Studierendenzahlen, 49,65% sind überzeugt, dass ein Studium künftig nur noch durch die Aufnahme eines Kredites möglich ist. 47% der Studierenden wären bereit einen Kredit zur Finanzierung des Studiums aufzunehmen. Die Bereitschaft ist bei den Männern mit 52% höher als bei den Frauen mit 43%. Nur eine Minderheit von 9,09% glaubt an eine zusätzliche Förderung der Studierenden durch die Vergabe von Stipendien.
Gerade in diesem Punkt sehen die Studierenden aber erheblichen Nachholbedarf. 65% sind der Meinung, dass das Studium in Deutschland nicht ausreichend gefördert wird.
Bei der Frage nach der Gerechtigkeit der Bafögverteilung gehen die Meinungen auseinander. 68,75% der Bafögempfänger halten die Verteilung für gerecht, während 69,23% derjenigen die keinen Bafög erhalten sie als ungerecht einstufen.

Derzeit beurteilen die Studierenden ihre allgemeine finanzielle Situation, obwohl die Förderung als unzureichend eingestuft wird, als befriedigend. Auf die Frage nach der finanziellen Situation der Studierenden auf einer Skala von 1 (sehr gut) – 10 (sehr schlecht) ergab sich ein Mittelwert von 5,43. Auffallend ist, dass männliche Umfrageteilnehmer mit 5,2 eine positivere Einschätzung haben als weibliche Umfrageteilnehmerinnen mit 5,6
Ein weiterer Bestandteil der Studie ist die Untersuchung der Nebenjobtätigkeit der Studierenden. 72% der Studierenden gehen regelmäßig oder in den Semesterferien einem Nebenjob nach. Nur 13,68% gaben an, dass sich ihr Nebenjob negativ auf die Studienleistungen auswirkt. Allerdings befürchten 50,35% der Studierenden, dass sich nach der Einführung der Studiengebühren die Studienzeit durch die dann notwendige erhöhte Nebenjobtätigkeit verlängern wird. Dabei besteht keine Korrelation zwischen dieser Einschätzung und dem Betrag mit dem die Studierenden durch Eltern oder Bafög unterstützt werden.

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