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Code of Ethics für Manager

Die European Business School (EBS) Schloss Reichartshausen erarbeitet in Zusammenarbeit mit dem World Economic Forum und weltweit führenden Business Schools einen „Hippokratischen Eid“ für Manager. Als Konsequenz aus der weltweiten Finanzkrise soll er Manager und Absolventen von Business Schools weltweit auf einen gemeinsamen Code of Ethics verpflichten.

Anstand, Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und Verantwortung – Wie kann man das Bewusstsein der Manager für solche ethischen Belange wieder schärfen? Mit dieser Frage beschäftigte sich das Forum der Young Global Leaders beim diesjährigen Weltwirtschaftsgipfel in Davos und beschloss, einen „Hippokratischen Eid“ für Manager zu entwickeln.

Ein Projektteam aus Topmanagern, Beratern und Regierungsmitgliedern aus allen Teilen der Welt arbeitet derzeit an der Entwicklung der Inhalte. In verschiedenen Arbeitsgruppen und zahlreichen Telefonkonferenzen haben sie einen Text für diesen so genannten „Davos Oath“ entworfen und diskutiert, wie sich die Idee weltweit verankern lässt. In den Regionalkonferenzen des WEF wurden Aspekte diskutiert, die für die jeweiligen Kontinente und Kulturen von Bedeutung sind.

Aktive Umsetzung statt Feigenblatt-Aktion
Auf Seiten der Business Schools hat die European Business School in Zentraleuropa die Federführung für diese Initiative übernommen. EBS-Präsident Prof. Christopher Jahns gehört seit Anfang 2009 zum Kreis der Young Global Leaders. „Ich freue mich darüber und bin stolz darauf, dass wir mit der EBS die Gelegenheit haben, aktiv an diesem wichtigen Thema mitzuarbeiten“, so Jahns. „Und ich spreche hier nicht von einer schnelle Feigenblatt-Aktion! Der ‚ehrbare Kaufmann’ ist bei uns nicht erst seit der Krise wieder ein Leitbild. Fachliche Qualifikation verbunden mit hoher sozialer Kompetenz und Verantwortung prägen seit jeher unser Verständnis von Leadership. Und mit dem Studium Universale sind ethische Fragen bereits seit 2004 Pflichtbestandteil unseres Curriculums.“

Dennoch werde auch an der EBS die Wertediskussion aktuell noch einmal intensiver geführt, erklärt Jahns: „Unsere Philosophie-Professoren arbeiten derzeit an einem Konzept für die praxisnahe Implementierung ethischer Fragestellungen auch in alle Lehrveranstaltungen außerhalb des Studium Universale. Damit werden wir weltweit die erste Hochschule sein, die sich diesen Prinzipien nicht nur per Eid verpflichtet, sondern sie auch in ihrem Curriculum aktiv umsetzt.“

Die Umsetzung wurde mit dem soeben begonnenen Semester gestartet. Das bedeutet, die ersten Master-Absolventen werden in drei Semestern den Eid ablegen können, die ersten Bachelors in sechs. Im Kreis der Young Global Leaders macht man sich inzwischen Gedanken über die institutionelle Einbettung des Eides, also die Frage, welche Institution(en) die Einhaltung überwachen soll(en), wie gravierende Verstöße zu ahnden sind und ob es ein sichtbares Zeichen für die Selbstverpflichtung von Unternehmen oder Personen geben soll.

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