Muhammad Yunus nimmt Vorbildpreis entgegen
Auf Schloss Freudenberg in Wiesbaden haben Studierende des Studiengangs Philosophy & Economics (P&E) der Universität Bayreuth Muhammad Yunus mit dem Bayreuther Vorbildpreis 2009 ausgezeichnet. Der Bankier und Ökonom, geboren in Chittagong im heutigen Bangladesch, steht für ein besonderes Projekt: eine Welt ohne Armut.
Er fühle sich geehrt, erklärte Yunus, als er den Preis am vergangenen Donnerstag aus den Händen Bayreuther P&E-Studierender entgegennahm. Im Gespräch mit ihnen nannte der Friedensnobelpreisträger den Kapitalismus „ein halb fertig gebautes Haus“. Es gelte den Fokus des Wettbewerbs zu verschieben – von der Maximierung des Profits zur Maximierung des sozialen Benefits. Dieses neue Denken müsse auch Eingang in die Ausbildung von Managern finden.
„Als Gründer der Grameen Bank für Mikrokreditwesen ist der Friedensnobelpreisträger von 2006 für uns ein echtes Vorbild“, sagt Jan Stöckmann, der gemeinsam mit Britta Rumpf und Johannes Rosenbau die Projektleitung des Kongresses „Agenda Humanitas - Wirtschaft (ver-)sucht Menschlichkeit“ inne hat. Der Kongress gehört in die Reihe der Bayreuther Dialoge, alljährlich wird dabei ein Vorbildpreis vergeben. „Wir wollen mit dem Vorbildpreis für Muhammad Yunus vor allem seine Vorreiterrolle honorieren, die er bei der Entwicklung der Mikrokredite eingenommen hat“, so Stöckmann weiter. Bei der Vergabe von Kapital nicht auf die dinglichen Sicherheiten der Menschen zu setzen, sondern auf das Potenzial, das in ihnen steckt, sei ein besonderes Zeichen der Menschlichkeit. Ein Mikrokredit schaffe die finanzielle Grundlage, selbstständig als Unternehmer tätig zu sein. Abseits von Entwicklungshilfe und Spenden bekämen Menschen so die Chance, auf eigenen Beinen zu stehen.
Als Professor und Berater von internationalen Organisationen ist Muhammad Yunus ein viel gefragter Mann. Daher konnte er bei den Bayreuther Dialogen nicht anwesend sein. Die Bayreuther Studierenden trafen Yunus, der sich gerade auf einer Deutschlandreise befindet, in Wiesbaden. Dort hatte er am Wiesbaden Responsibilty Forum teilgenommen. Die „Bayreuther Dialoge“ selbst fanden am 7. und 8. November an der Uni Bayreuth statt.






