Neues Buch: „Strategische Managementpraxis“
Für das Mittelstandunternehmen
Auf dem Markt der Managementliteratur sind Instrumentenbücher rar, zumal solche, die sich für den praktischen Einsatz in mittelständischen Unternehmen anbieten. Die drei Autoren Michael P. Schermann, Helmut Siller und Klaus Volcic – FH-Dozenten und Unternehmensberater – haben ein Fachbuch geschrieben zur „Umsetzung einer erfolgreichen Strategie in vier Schritten.“ Sie haben sich vorgenommen, ein Buch für Controller, Führungskräfte, die sich mit Strategie zu beschäftigen haben und für Studierende höherer Semester zu schreiben.
Zunächst werden die angekündigten vier Schritte, gewissermaßen als Trockenübung – für den intensiver Interessierten reichlich mit Literatur belegt – übersichtlich und gut lesbar beschrieben:
1. Schritt: Strategische Analyse (43 Seiten)
2. Schritt: Strategie-Entwicklung (29 Seiten)
3. Schritt: Strategie-Implementierung (44 Seiten) und
4. Schritt: Strategische Kontrolle (26 Seiten).
Zum Abschluss folgt ein Fallbeispiel aus einem Getränkeunternehmen (rund 50 Seiten) sozusagen zum „Nachspielen“. Dieser Fall wurde von acht Studierenden unter der Führung und Anleitung der Autoren ausgearbeitet. Für die zweite Auflage haben die Verfasser schon vorgearbeitet, denn im Untertitel ihres Buches kündigen sie schon mal „Fallstudien“ an. Das sollten dann wohl mindestens zwei sein.
Für Strategieumsetzung in der Praxis
Der Schwerpunkt des Buches liegt bei der Erklärung und Anwendung bekannter und bewährter strategischer Instrumente für die Strategieumsetzung und Durchsetzung. Mit Neuentwicklungen wird in diesem Praxisbuch nicht experimentiert. Das entlastet den Leser und zielt auf diejenigen, die etwas Handfestes und Bewährtes für den Alltag brauchen. Man kann sich darauf verlassen: In diesem Buch steht nichts, was nicht schon hunderte Male erprobt wurde. Die Gelinggarantie wird also mitgeliefert – ein Rezeptbuch im besten Sinne unter Verzicht auf abstrakte Strategiekonzeptionen für die sich die Praxis ohnehin kaum interessiert, wie jüngste empirische Untersuchungen zum Entsetzen von Professoren gezeigt haben.
Vom Nutzen der Balanced Scorecard
Besonders ausführlich kann man sich über den Aufbau und die Anwendung der Balanced Scorecard (BSC) informieren. Dieses Instrument an der Grenze zwischen dem Controlling der strategischen und dem Controlling der operativen Ziele hat in den vergangenen 15 Jahren einen Siegeszug ohne gleichen erlebt. Ob Unternehmen, Non-Profit-Organisationen oder öffentliche Verwaltung – sie alle können von der BSC profitieren. Und dieses Profitieren beginnt bereits im Einführungsstadium. Manche meinen sogar, dass der Geburtsprozess einer BSC der wertvollste Schritt bei der Einführung dieses Instruments ist, weil er die Unternehmensführung vom Topmanagement abwärts zwingt, sich im Strategieprozess zu engagieren. Mit der BSC kann verhindert werden, dass Strategie wie eine Wolke über dem Unternehmen schwebt. Die Gefahr heißt allerdings: „Noch ein Kennzahlensystem!“ Vor dieser Falle sollten die Controller das Management bewahren. Neben der BSC wird das ganze Arsenal der bewährten Analyse- und Planungsinstrumente wie GAP-Analyse, SWOT-Analyse, Wertketten-Management, Potentialanalyse und ABC-Analyse aufgeboten. Auch die altbewährten Portfolios kommen zu ihrem Recht. Solche und ähnliche Instrumente können auch ohne aufwendigen IT-Einsatz benutzt werden und bieten befriedigende und vor allem transparente Ergebnisse. Sie zeigen, dass kleine und mittlere Unternehmen nicht auf strategische Führung verzichten und ausufernde Beraterkosten nicht befürchten müssen.
Bibliografie:
Michael P. Schermann, Helmut Siller, Klaus Volcic: Strategische Managementpraxis in Fallstudien: Umsetzung einer erfolgreichen Strategie in vier Schritten. Linde-Verlag. Wien 2010. 224 Seiten, Preis: 48 Euro (ISBN-10: 3714301704, ISBN-13: 978-3714301700)






