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Neue Gedanken zur Führung von FamilienunternehmenNeuerscheinung aus dem Wittener Institut für Familienunternehmen (WIFU) setzt sich mit dem strukturellen Risiko von Familienunternehmen auseinander

Familienunternehmen gelten als Unternehmensform, die zum einen über besondere Wettbewerbsvorteile verfügt, zum anderen aber auch auf besondere Weise sehr verletzlich ist: Stehen die Dinge in der Familie schlecht, leidet das Unternehmen oft stark darunter und die dem Familienunternehmen immanenten Vorteile verkehren sich in ihr Gegenteil. Ein Team um Prof. Dr. Alberto Gimeno von der ESADE-Business School, Barcelona, hat nun ein Verfahren entwickelt, das bereits zu einem Zeitpunkt, an dem scheinbar noch alles in Ordnung ist, das strukturelle Risiko abzuschätzen vermag, das das jeweilige Familienunternehmen in sich trägt. Prof. Gimeno ist seit 2009 ständiger Gastprofessor am Wittener Institut für Familienunternehmen (WIFU). Er entwickelte das Konzept des strukturellen Risikos von Familienunternehmen, das in dem soeben erschienenen Buch „Familienunternehmen führen - Komplexität managen. Mentale Modelle und praktische Lösungen“ ausführlich beschrieben wird, gemeinsam mit seinen Co-Autoren Gemma Baulenas und Joan Coma-Cross.

Das Modell der spanischen Arbeitsgruppe setzt sich aus drei Komponenten zusammen: der Komplexität der Familie, der Komplexität des Unternehmens und dem Ausmaß, in dem die Beziehungen zwischen Unternehmen und Familie geregelt sind, also der Entwicklung von Struktur. Es ermöglicht dem Leser aus einem Unternehmen eine erste Grobabschätzung des eigenen Risikos. Zugleich beleuchten Gimeno und seine Co-Autoren in einem weiteren Schwerpunkt des Buches die mentalen Modelle, die dem Verhalten der Akteure in Familienunternehmen zugrunde liegen. So steht ein nach der Logik des „Empereurs“, des Patriarchen, geführtes Unternehmen in einer ganz anderen Situation als eines, das von einem „Familienteam“ oder einer „Professionellen Familie“ geleitet wird. Wenn es gelingt, die mentalen Modelle zu verstehen, die oft unbewusst sind und implizit im Hintergrund wirken, werden Phänomene nachvollziehbar und handhabbar, denen die Akteure ansonsten vielleicht nur mit Unverständnis, Kritik oder gar Entwertung begegnen würden. Das Nachvollziehen mentaler Modelle und das Abschätzen des strukturellen Risikos eines Unternehmens helfen somit Personen, die mit Familienunternehmen befasst sind, mit dem Phänomen umzugehen, das diese Unternehmensform so spannend, aber auch so kompliziert macht: mit dem Anstieg an Komplexität, in deren Handhabung ein zentraler Schlüssel in der Führung von Familienunternehmen liegt. Das Konzept von Prof. Gimeno basiert auf empirischen Forschungsarbeiten mit mehr als 1.200 Familienunternehmen. Diese breite Erfahrungsbasis verleiht dem Buch eine besondere Glaubwürdigkeit.

Das Wittener Institut für Familienunternehmen (WIFU) bildet mit seinen drei Lehrstühlen – Betriebswirtschaftslehre, Psychologie / Soziologie und Rechtswissenschaften – das wissenschaftliche Spiegelbild der Gestalt von Familienunternehmen ab. Seit 2004 ermöglichen die Institutsträger, ein exklusiver Kreis von etwa 40 Familienunternehmen, dass das WIFU auf Augenhöhe als Institut von Familienunternehmen für Familienunternehmen agieren kann.

Bibliografie:
Alberto Gimeno, Gemma Baulenas, Joan Coma-Cross: Familienunternehmen führen – Komplexität managen. Mentale Modelle und praktische Lösungen. Göttingen 2010: Vandenhoeck & Ruprecht, 189 Seiten, 34,90 Euro (ISBN 978-3525403228).

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