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Von Informationsflut bis DatenschutzISM-Professor Christoph Moss blickt auf die Medienlandschaft

Von Informationsflut bis Datenschutz
Angefangen bei neuen Apps bis hin zu Fake-News und Datenschutz – die Digitalisierung hat die Medienlandschaft verändert. Wie weitreichend diese Entwicklungen sind und wie sie sich auf den Medienkonsum auswirken, weiß Prof. Dr. Christoph Moss von der International School of Management (ISM). An der privaten Hochschule lehrt er im Bereich Kommunikation und Marketing. Darüber hinaus ist er geschäftsführender Gesellschafter der Kommunikationsagentur Mediamoss GmbH in Dortmund und Stuttgart. Im Vorfeld des Campus Symposiums, das am 6. und 7. September stattfindet, schätzt Moss die Medienlandschaft ein. Beim Event diskutiert er das Thema „Zukunft der Medien“ mit Experten im Rahmen eines Panels.

In den vergangenen Jahren hat die Digitalisierung die Medienlandschaft unter anderem durch ihre Schnelllebigkeit geprägt. „Die Nutzungsdauer neuer Online-Anwendungen verkürzt sich. Apps, die gerade einen Hype erfahren und an Marktanteilen gewinnen, können beispielsweise bereits wenige Monate später schon wieder an Bedeutung verloren haben“, erklärt Moss.

Ein technischer Vorteil der Digitalisierung ist die schnellere Verbreitung von Informationen. Durch die Vielzahl an Informationsangeboten können Medienkonsumenten aber auch ein Gefühl der Überforderung erfahren. „Schließlich erhalten sie nun über unterschiedlichste Medien und Endgeräte stetig neue Informationen. Diese zu selektieren und nach persönlicher Priorität zu verarbeiten, ist nicht immer einfach und kann dazu führen, dass Rezipienten informationsmüde werden“, sagt der ISM-Experte. „Für Medienunternehmen besteht vor allem das Risiko, aufgrund wenig innovativer Kommunikationsformate in der Fülle der täglichen Information unterzugehen und somit Marktanteile zu verlieren. Außerdem müssen Medienunternehmen die Gratwanderung zwischen kostenfreien und kostenpflichtigen Inhalten bewältigen.“

Neben der Informationsflut wird oft der Qualitätsverlust bei der Berichterstattung thematisiert. „Tendenziell lässt sich sagen, je kleiner die Redaktion, umso mehr potenzielle Themen haben die einzelnen Redakteure crossmedial zu erstellen und zu publizieren. Die aus diesem indirekten Publizitätszwang resultierende Zeitnot kann dann selbstverständlich einen Qualitätsverlust der Inhalte zur Folge haben. Große Redaktionen können die Aufbereitung einzelner Themen hingegen besser koordinieren und der Zeitnot somit entgegenwirken“, sagt Moss, der als Experte für Newsroom-Organisation schon zahlreiche Projekte umgesetzt hat.

Auch die Art und Weise des Konsums hat sich durch die Digitalisierung verändert. Vor allem junge Konsumenten nutzen nicht mehr nur ein Endgerät zur Informationsaufnahme, sondern mehrere Geräte synchron. „Sie verfolgen beispielsweise die Nachrichten über den Fernseher, recherchieren zusätzliche Inhalte mithilfe des Tablets und schreiben währenddessen per WhatsApp auf dem Smartphone. Diese Entwicklung schwappt nun auch auf ältere Generationen über, die inzwischen eine immer größere Affinität zu digitalen Medien haben. Junge Konsumenten präferieren mittlerweile relativ deutlich visuelle Anreize zur Informationsaufnahme“, so Moss.

Eine Herausforderung sieht Moss auch in dem Zusammenspiel von rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen. Hier spielt auch die Ende Mai diesen Jahres in Kraft getretene Datenschutz-Grundverordnung der Europäischen Union eine Rolle. „Nichtsdestotrotz schreitet die technische Entwicklung deutlich schneller voran als die rechtliche. Dies führt dazu, dass Medienschaffende sowie Konsumenten auch zukünftig immer wieder gewissen juristischen Grauzonen gegenüberstehen werden, für die es noch keine verbindlichen und vor allem einheitlichen Gesetze gibt. Ich freue mich darauf, diese und viele weiteren Themen rund um die Digitalisierung beim Campus Symposium 2018 zu diskutieren.“

Unter dem Motto „Digitize or Die“ findet das Campus Symposium am 6. und 7. September in Iserlohn statt. Bei der größten von Studenten organisierten Wirtschaftskonferenz ihrer Art tauschen sich zahlreiche namhafte Experten aus. Unter anderem werden der ehemalige EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, NRW-Digitalminister Andreas Pinkwart oder Telekom-Geschäftsführer Hagen Rickmann erwartet. Das Thema „Zukunft der Medien“ wird am ersten Veranstaltungstag von Carli Underberg (Ressortleiter SportBILD), Dr. Jan-Philipp Burgard (ARD Korrespondent Washington und stellvertretender Studioleiter) und Prof. Dr. Christoph Moss (ISM, Mediamoss GmbH) erörtert.

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