Forschungsstelle der FHW Berlin eröffnetForschungsprojekte und An-Institut IRIS in neuen Räumen
Am Mittwoch, den 14. Mai 2003, wurde die neue Forschungsstelle der Fachhochschule für Wirtschaft (FHW) Berlin offiziell eröffnet. Damit haben jetzt die drei Forschungsprojekte "Ökonomen und Ökonominnen: Zum sozialen Wandel wirtschaftsbezogener, wissenschaftlicher Disziplinen und Berufsfelder", gefördert von der DFG "Wirtschaftlichkeit und Beschäftigung in der Gebäudereinigung", in Kooperation mit der Johann- Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt/Main, gefördert von der Hans-Böckler-Stiftung und "Wirtschaftspolitische Regime westlicher Industrienationen", in Kooperation mit der Technischen Universität Berlin (TUB) und dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), gefördert von der Hans-Böckler-Stiftung sowie das An Institut IRIS (Institut für Ressourcenschonung, Innovation und Sustainability) der FHW Berlin eigeneRäumlichkeiten.
Bei der Feier zur Eröffnung stellten sich die drei Projekte sowie IRIS e.V. in kurzen Vorträgen vor:
Ökonomen und Ökonominnen: Zum sozialen Wandel wirtschaftsbezogener, wissenschaftlicher Disziplinen und Berufsfelder
Seit etwa drei Jahrzehnten studieren immer mehr junge Frauen ein wirtschaftswissenschaftliches Fach, wie zum Beispiel die Betriebswirtschaftslehre. Diese war - zumindest in der alten Bundesrepublik - früher eine deutliche Männerdomäne. Anders in der DDR: dort nahmen Frauen viel eher und zahlreicher eine solche Ausbildung auf. Das auf zwei Jahre angelegte Forschungsprojekt untersucht die Auswirkungen zunehmender Feminisierung wirtschaftswissenschaftlicher Ausbildungsgänge u. a. anhand folgender Fragen: Geht diese Entwicklung mit einer Veränderung des Zuschnitts der wissenschaftlichen Disziplin einher? Hat sich die Verteilung der Geschlechter auf bestimmte Tätigkeiten und Positionen in der Wirtschaft verändert? Sind frühere Männerberufe, etwa im mittleren Management, tatsächlich zu gemischten Berufen geworden oder haben sich neue Trennungslinien ergeben? Die Projektleitung haben Prof. Dr. Friederike Maier und Prof. Dr. Dorothea Schmidt, wissenschaftliche Mitarbeiterin ist Dr. Andrea-Hilla Carl.
Wirtschaftlichkeit und Beschäftigung in der Gebäudereinigung
Im Zuge der Verwaltungsmodernisierung galt die kommunale Gebäudeinnenreinigung als besonders geeignet für Verschlankung und Kostensenkung durch Auslagerung in die Privatwirtschaft. Das expandierende private Reinigungsgewerbe gilt als Vorreiter der Flexibilisierung von Arbeitszeiten und der Deregulierung von Beschäftigungsverhältnissen. Gleichzeitig existiert aber auch noch Eigenreinigung in Kommunen, und es gibt Versuche, diese in den Wettbewerb zu stellen und konkurrenzfähig zu machen. Das Forschungsprojekt untersucht die unterschiedlichen Organisationsformen der Gebäudereinigung (private Dienstleister versus Eigenreinigung). Die Projektleitung haben Dr. Claudia Gather, Gastprofessorin am Harriet Taylor Mill Institut der FHW Berlin, und Prof. Dr. Ute Gerhard von der Universität Frankfurt. Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen sind Lena Schürmann und Heidi Schroth.
Wirtschaftspolitische Regime westlicher Industrienationen
Im Verlauf der zweiten Hälfte der siebziger Jahre ist es in fast allen entwickelten Industrienationen zu einem Trendumbruch in der ökonomischen Entwicklung hin zu geringeren Wachstumsraten und steigender Sockelarbeitslosigkeit gekommen. Gleichwohl haben sich unterschiedliche Länder unterschiedlich entwickelt. Die Projektleiter gehen davon aus, dass spezifische ökonomische Regime für Investitionsentscheidungen, und damit für die Entwicklung von Wachstum und Beschäftigung, förderlich oder hinderlich sein können. Aus diesem Grunde werden die Lohn-, Geld- und Fiskalpolitik der Länder USA, Frankreich, Grossbritannien, Deutschland und Japan anhand ausgewählter ökonomischer Kriterien vergleichend untersucht unter Berücksichtigung der weltwirtschaftlichen Einbindung der Länder in den Weltmarkt, die Spielräume eröffnen, jedoch auch einengen kann. Das Projekt stellt einen Gegenentwurf zur üblichen Argumentation dar, dass die Deregulierung der Arbeitsmärkte ein entscheidender Faktor zur Erklärung der unterschiedlichen Entwicklung in Ländern sein kann. Das Projekt wird geleitet von Prof. Dr. Hansjörg Herr, FHW Berlin, Prof. Dr. Michael Heine, TU Berlin und Dr. habil Gustav Horn, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung. Wissenschaftliche Mitarbeiterin ist Cornelia Kaiser.
IRIS e.V. (http://www.iris-berlin.de/index.html)
Das Institut für Ressourcenschonung, Innovation und Sustainability (IRIS) e.V. an der FHW Berlin beschäftigt sich seit seiner Gründung 1996 mit den Themenfeldern des Umweltmanagements sowie der nachhaltigen Unternehmensentwicklung. In mittlerweile über 30 durchgeführten Projekten wurden Themen bearbeitet, die von der Qualifizierung von Unternehmensmitarbeiter/innen im Bereich des Nachhaltigkeitsmanagements bis zur Erstellung von Abfallwirtschaftskonzepten reichen.






