Karriere durch Onlinekurse?
E-learning, web-based learning, distance learning ... sind derzeit Begriffe, denen man fast täglich in den Medien begegnet, wenn es um die Zukunft des Lernens geht. E-learning dient hierbei mittlerweile als Sammelbegriff für computergestütztes Lernen. In den letzten Monaten macht besonders das WBT, das web-based-training, von sich reden: Es bedient sich der interaktiven Möglichkeiten des Internets und geht in seiner Vielseitigkeit über klassische E-Bildungsangebote auf CD-ROM weit hinaus.
So sind nicht nur multimediale Präsentationen des Lernstoffs mit Bildern, Animationen und Filmen inklusive Live-Übertragungen möglich, sondern auch die persönliche Kommunkation zwischen Professor und Student oder auch zwischen den Studenten selber.
Wenn man sich nun allerdings in Deutschland nach Online-Lernangeboten umschaut, stellt man fest, dass das virtuelle Klassenzimmer noch etwas auf sich warten lässt. Zwar gibt es viele Anbieter von Fernlehrgängen, die sich aber meistens ganz oder hauptsächlich auf traditionelle Medien, etwa Kurshefte, stützen. Das Angebot an echten Onlinekursen ist demgegenüber insgesamt noch recht mager. Auch ist die Unterrichtspraxis zuweilen noch ziemlich umständlich, was teilweise daran liegt, das die Technologie den Visionen der Konzeptentwickler noch nicht immer gewachsen ist. Noch steckt also das web-gestützte Lernen in Deutschland eher in den Kinderschuhen. Die Zukunft gibt allerdings zu größeren Hoffnungen Anlass; dem virtuellen Lernen wird ein großer Markt prophezeit. Die ersten Universitäten haben mittlerweile Pilotprojekte mit Onlineseminaren und -vorlesungen gestartet.
Ganz anders liegen die Dinge in den USA oder auch in Kanada und Australien. Wie bei so vielen technologischen Neuheiten haben besonders die USA zeitlich die Nase vorn. Onlinekurse gehören mittlerweile fast schon zum Standard der Universitäten, und zwar nicht nur als Teilangebote innerhalb eines ansonsten konventionellen Studiums, sondern auch als selbständige Bildungsangebote ohne jede Präsenzpflicht an der Uni. Anders als in Deutschland gibt es in den USA sogar schon eine beachtliche Auswahl an kompletten Online-Studiengängen. Das gilt selbst für graduate degree programs: Den M.B.A. kann man mittlerweile erwerben, ohne seine Hochschule auch nur ein einziges Mal betreten zu haben. Dabei sind Online-Abschlüsse genauso anerkannt wie konventionelle; Internetkurse müssen sich schließlich den gleichen Qualitätsansprüchen stellen wie klassische Angebote, um von neutralen Prüfinstitutionen die begehrte Akkreditierung zu erhalten.
Die grundsätzlichen Vorteile von Online-Kursen liegen auf der Hand: Die Lernenden sind räumlich und zeitlich völlig ungebunden. Daher sind Internetstudien ein hochinteressantes Instrument, um fachliche Qualifikation und damit Karrierepotential nicht nur von Studenten, sondern gerade auch von Berufstätigen zu verbessern.
Nebenberuflich oder zusätzlich zum regulären Studium können disziplinierte Lerner bei einem Zeitansatz von vier Abenden pro Woche einiges für ihre berufliche Zukunft tun; sei es, dass man nebenbei einen M.B.A. erwirbt oder einfach nur einen Zertifikatkurs über 4 Monate in speziellen Fachbereichen wie Marketing, E-Commerce, International Management, IT usw. absolviert. Das Abschlusszertifikat etwa der renommierten University of California, Berkeley, hat sicher noch keiner Karriere geschadet.
Ein weiterer, sehr handfester Vorteil von Online-Kursen sind die geringeren Kosten - wer zu Hause lernt, braucht für Kost und Logis am Ort der Hochschule kein zusätzliches Geld auszugeben.
Bleibt noch anzumerken, dass ein absolviertes Onlinestudium nicht nur für fachliche Kompetenz spricht, sondern auch über Disziplin und Ehrgeiz des Lernenden und das Maß seiner Beherrschung des Mediums Internet einiges aussagt.
Mehr zu Onlinekursen und konkreten Angeboten der University of California unter: www.college-contact.com






