Wie wirke ich im VorstellungsgesprächChemnitzer Uni-Psychologin sagt, worauf es in einer Bewerbungssituation ankommt
Der erste Eindruck zählt: Besonders bei Bewerbungsgesprächen ist es wichtig, von Beginn an eine gute Figur zu machen. Aber wie anstellen? Sofort in die Offensive gehen oder lieber abwarten? Natürlich bleiben oder notorisch drauflosreden?
Die Psychologieprofessorin Astrid Schütz von der TU Chemnitz hat seit vielen Jahren Strategien der Selbstdarstellung unter die Lupe genommen. In verschiedenen Projekten hat sie etwa die Selbstdarstellung im politischen Wahlkampf ebenso untersucht wie in Bewerbungssituationen. Anhand von Fremdbeurteilungen konnte sie so neue wissenschaftliche Erkenntnisse darüber gewinnen, in welcher Situation die Selbstdarstellung eines Menschen auf welche Weise ankommt. Eine neue Erkenntnis aus Chemnitz: Positive Selbstdarstellung hat nicht nur Vorteile. Wer zu dick aufträgt, kann sich schnell selbst ins Aus loben.
Obwohl es das Patentrezept für erfolgreiche Bewerbungsgespräche natürlich nicht gibt, können wichtige Hinweise aus der Selbstdarstellungsforschung abgeleitet werden, die es dem Jobsuchenden vielleicht einfacher machen, am Ende eines Vorstellungsgespräches weder als graue Maus noch als eitler Pfau dazustehen.
1.Tipp: Keine Inszenierungen
Eine Selbstdarstellung, die nicht zur Gesamtpersönlichkeit passt, wirkt aufgesetzt und verfehlt in aller Regel die gewünschte Wirkung. Inszenierungen sind daher äußerst riskant. Sie sammeln viel eher durch spontanes und authentisches Verhalten Pluspunkte.
2.Tipp: Nicht zu dick auftragen!
Wer nur von sich prahlt, wirkt unsympathisch. Deshalb sollten Sie kleinere Schwächen offen eingestehen - wenn sie nicht gerade die eigene Kompetenz in Frage stellen. Empirische Studien haben gezeigt: Selbstlob kommt nur dann besser an als eine eher bescheidene Selbstdarstellung, wenn dem Gegenüber keinerlei Informationen über die tatsächlichen Leistungen des Bewerbers vorliegen.
3.Tipp: Andere loben lassen.
Bringen Sie andere dazu, Sie zu loben. Das macht einen besseren Eindruck, als es ständig selbst zu tun. Untersuchungen haben bewiesen, dass positive Beurteilungen von Dritten glaubwürdiger wirken als positive Selbstbeschreibungen.
4.Tipp: Aber: Nicht allzu bescheiden sein Auch wenn zu viel Eigenlob stinkt: Stellen Sie nicht gleich Ihr Licht unter den Scheffel. Wer in einem Bewerbungsgespräch nicht sagt, was er kann, erweckt nicht unbedingt den Eindruck, dass er viel kann.






