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Bund soll Kosten für Studienplätze ausländischer Studierender mittragenEhemaliger Wissenschaftsminister von NRW tritt für einen verbesserten Studienerfolg ausländischer Studierender und eine nachhaltige Beteiligung des Bundes an der Grundfinanzierung der Hochschulen ein.

Bund soll Kosten für Studienplätze ausländischer Studierender mittragen

Eine auf Dauer auskömmliche und verlässliche Verbreiterung der staatlichen Grundfinanzierung von Hochschulen könnte erreicht werden, wenn sich der Bund dazu entschlösse, den Universitäten die Kosten für das Studium der ausländischen Studierenden nach dem Prinzip ‚Geld folgt Student‘ zu ersetzen. Diese These vertritt Andreas Pinkwart in der aktuellen Ausgabe von Deutschlands auflagenstärkster hochschul- und wissenschaftspolitischer Zeitschrift „Forschung und Lehre“ (1/14). In dem Gastbeitrag „Hochschulen zukunftsfest machen“ bringt der ehemalige Wissenschaftsminister von Nordrhein-Westfalen und heutige Rektor der HHL Leipzig Graduate School of Management konkrete Vorschläge, wie zwei Ziele der Großen Koalition, die Internationalität im deutschen Hochschulsystem zu erhöhen und die Grundfinanzierung von Universitäten zu verstärken, verwirklicht werden könnten.

Foto: Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Rektor der HHL

Mit Blick auf die Demographie und den bereits heute spürbaren Mangel an talentierten Nachwuchskräften in Wirtschaft und Wissenschaft begrüßt der Ökonomieprofessor die Pläne, die Anzahl ausländischer Studierender in den kommenden Jahren von heute rund 265.000 auf 350.000 zu steigern. „Allein die hohe Zahl von Studienabbrechern unter den ausländischen Studierenden – annähernd jeder zweite ausländische Student verlässt die deutschen Hochschulen bislang ohne Abschluss – sollte Anlass geben, sowohl die Auswahl als auch die Betreuung ausländischer Studierender nachhaltig zu verbessern“, so Pinkwart. Er schlägt hierzu vor, dass der Bund den Hochschulen zusätzliche Mittel für ausländische Studierende bereitstellt, deren Höhe an den Studienerfolg gekoppelt werden soll. Zudem sollen die Mittel des DAAD für Stipendien aufgestockt werden. So erhielten die Hochschulen geeignete Anreize, um die ausländischen Studierenden gezielter auszuwählen, intensiver zu betreuen und sie auf dem Weg zu einem erfolgreichen Abschluss mit ergänzenden Stipendien für den Lebensunterhalt zu unterstützen. Ergänzend sollte die Möglichkeit zur Erhebung von Studienbeiträgen von Nicht-EU-Bürgern eröffnet werden. „Ausgehend von einem Förderbetrag des Bundes von 10.000 Euro pro Jahr und Student sowie einem Selbstbehalt der Studierenden von 1.000 Euro pro Jahr, würden den Hochschulen aufwachsend rund zwei Milliarden Euro jährlich dauerhaft zusätzlich zur Verfügung stehen“, so Pinkwart. Eine zweite Säule der nachhaltigen Finanzierung der Hochschulen sieht der Bildungsexperte in der Umwidmung der Landesanteile an der außeruniversitären Forschung zugunsten der Hochschulbudgets. Beide Säulen seien allerdings nur tragfähig, wenn sich die Länder dazu verpflichten, den Hochschulen diese Mittel dauerhaft ergänzend zur Verfügung zu stellen.


Die HHL Leipzig Graduate School of Management

Die HHL Leipzig Graduate School of Management ist eine universitäre Einrichtung und zählt zu den führenden internationalen Business Schools. Ziel der traditionsreichsten betriebswirtschaftlichen Hochschule im deutschsprachigen Raum ist die Ausbildung leistungsfähiger, verantwortungsbewusster und unternehmerisch denkender Führungspersönlichkeiten. Die HHL zeichnet sich aus durch exzellente Lehre, klare Forschungsorientierung und praxisnahen Transfer sowie hervorragenden Service für ihre Studierenden. Das Studienangebot umfasst Voll- und Teilzeit-Master in Management- sowie MBA-Programme, ein Promotionsstudium sowie Executive Education. Im Masters in Management-Ranking 2013 der „Financial Times“ steht das Vollzeit-M.Sc.-Programm der HHL weltweit auf Platz 9, das Part-time MBA-Programm kommt innerhalb des Executive MBA-Ranking 2013 der „Financial Times“ auf den weltweit 69. Rang. Das internationale Medium platziert die HHL international auf Platz 1 hinsichtlich der inhaltlichen Fokussierung auf „Entrepreneurship“. Erst vor wenigen Wochen hat der Stifterverband zudem die HHL als eine der führenden Gründerhochschulen in Deutschland ausgezeichnet. Die HHL ist akkreditiert durch AACSB International. www.hhl.de

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