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Richtlinienvorschlag zur Harmonisierung der steuerlichen Gewinnermittlung in Europa

Mannheimer Steuerforschung maßgeblich beteiligt

Moderne, faire und wettbewerbsfähige steuerliche Rahmenbedingungen in der EU zu schaffen, ist das Ziel der Gemeinsamen Konsolidierten Körperschaftsteuer-Bemessungsgrundlage (GKKB), deren Neuauflage im Oktober von der EU-Kommission auf den Weg gebracht wurde. Zur Harmonisierung der steuerlichen Gewinnermittlung in Europa hat das Forscherteam des Leibnitz-Wissenschaftscampus „Mannheim Taxation“ (MaTax) wesentlich beigetragen. Zwei der drei Folgeabschätzungen im neuen Richtlinienvorschlag basieren auf Studien des wissenschaftlichen Kompetenzzentrums für Steuern.

„Die Neuauflage der GKKB ist ein Meilenstein für die faire Berechnung steuerpflichtiger Gewinne der in der EU tätigen Unternehmen. Sie beseitigt Inkonsistenzen zwischen verschiedenen nationalen Steuersystemen, was die Kapitalmarktunion stärken und zur Finanzstabilität in der EU beitragen wird“, erklärt Christoph Spengel, Steuerprofessor an der Universität Mannheim und Sprecher des Wissenschaftscampus MaTax. „Die langjährige Forschungsarbeit für ein einheitliches Steuersystem in der EU hat sich dank des nun beschlossenen neuen Richtlinienvorschlags ausgezahlt. Ich bin stolz auf mein Team, das sich nebst Alltagsaufgaben gemeinsam mit mir diesen Aufgaben gestellt hat.“

Nach einem gescheiterten Reformversuch im Jahr 2011 würde die GKKB fünf Jahre später zum ersten Mal ein einheitliches System zur Berechnung der steuerlichen Bemessungsgrundlage für Unternehmen schaffen. Mit ihrer Einführung werden grenzüberschreitende Aktivitäten von Unternehmen im Binnenmarkt vollständig anerkannt. Unternehmen werden die Möglichkeit haben, Gewinne in einem EU-Mitgliedstaat gegen Verluste in einem anderen Mitgliedstaat anzurechnen. Dies führt zu einem stabilen und transparenten Körperschaftsteuersystem für die gesamte EU.

Zum Leibniz-WissenschaftsCampus "Mannheim Taxation" (MaTax)

MaTax ist ein gemeinsames Projekt des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und der Universität Mannheim. Getragen und gemeinsam finanziert wird MaTax von den beiden beteiligten Institutionen sowie der Leibniz-Gemeinschaft, der das ZEW angehört, und dem Land Baden-Württemberg. Auf dem Wissenschaftscampus arbeiten aktuell 15 Professoren, zehn Nachwuchswissenschaftler und rund 50 Doktoranden. Er bündelt die am ZEW und der Universität Mannheim ausgewiesene Expertise in den Bereichen Unternehmensbesteuerung, öffentliche Finanzen und Steuerrecht. Die Forscher arbeiten als interdisziplinäres Team an einem nachhaltigen Steuersystem vor dem Hintergrund der europäischen Integration und Globalisierung. Koordiniert wird MaTax von Juniorprofessorin Dr. Katharina Nicolay und Dr. Philipp Dörrenberg (matax@zew.de).

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